Jahr: 2025
Arbeit: 002 Kultur & Wohnzentrum Titurelstraße BA.2
Status: Entwurf
Der Entwurf in der Titurelstraße verfolgt das Ziel, den vielen Anwohnern des Quartiers einen deutlichen Mehrwert zu bieten. Ungenutzte Freiflächen werden aktiviert, ohne wertvolle Grünflächen zu versiegeln. Ausgangspunkt ist die bestehende Tiefgaragenabfahrt, die neu interpretiert und als Fundament für das Ensemble genutzt wird. Darum entwickeln sich drei Baukörper: ein vertikaler Turm für Wohnen, ein horizontal gelagertes Volumen als Kulturbrücke und ein frei geformter, diamantförmiger Kubus als architektonischer Akzent. Verbunden durch einen gestuften Sockel entsteht eine klare städtebauliche Figur, die Aufenthaltsqualität schafft, Blickbeziehungen wahrt und sich sensibel in den Kontext einfügt.
Architektur und Raumkonzept
Die drei Baukörper entfalten ihre Wirkung durch klare Orientierung und präzise Nutzung. Der vertikale Turm schafft dringend benötigten Wohnraum, die horizontale Kulturbrücke wird zum kulturellen Treffpunkt mit offenen, flexibel nutzbaren Räumen, und der frei geformte Kubus beherbergt das Herzstück des Ensembles: einen multifunktionalen Raum, der je nach Situation als Theater, Vorlesungssaal oder Philharmonie genutzt werden kann.
Der gestufte Sockel verbindet die Volumen miteinander, bindet sie in die Topografie ein und erzeugt durch seine Abfolge von Treppen und Plateaus eine lebendige Raumdramaturgie. Diese Übergänge sind nicht nur funktional, sondern auch Aufenthalts- und Begegnungsräume, die Bewegungsflüsse lenken und das Ensemble als Ganzes erlebbar machen.
Der Kubus als Herzstück
Im diamantförmigen Kubus liegt das Zentrum der Anlage: ein einziger Raum, der je nach Situation als Theater, Philharmonie oder Vorlesungssaal genutzt werden kann. Die besondere Geometrie ermöglicht eine flexible Raumwirkung und macht den Kubus zum architektonischen Höhepunkt.
Die Lichtführung ist bewusst inszeniert: Tageslicht fällt von oben in den Raum, wird durch die Form des Kubus gelenkt und erhellt nicht die Bühne, sondern die Zuschauertribüne sowie den Aufgang, der von unten in den Saal führt. So entsteht eine Dramaturgie, die den Eintritt in den Raum zu einem atmosphärischen Erlebnis macht – ein Wechselspiel aus Bewegung, Licht und architektonischer Inszenierung, das jede Nutzung prägt und verstärkt.
„Licht formt den Raum, Architektur schreibt die Dramaturgie.
Durch den Aufstieg entsteht eine Inszenierung, die auf der Tribüne ihren Höhepunkt findet. Ein Raum für Musik, Theater und Wissen.“
Durch den Aufstieg entsteht eine Inszenierung, die auf der Tribüne ihren Höhepunkt findet. Ein Raum für Musik, Theater und Wissen.“
Die innere Organisation ist auf Flexibilität und Klarheit ausgelegt. Der Wohnturm bietet variable Grundrisse, die sich an unterschiedliche Lebensformen anpassen lassen und von einem zentralen Treppenkern erschlossen werden. Die Kulturbrücke ergänzt das Ensemble durch offene, durchlässige Räume, die Übergänge zwischen öffentlichem Sockel und dem Kubus schaffen und Orte der Begegnung anbieten.
Besonders die Verbindung zwischen Brücke und Kubus wird räumlich inszeniert: Über einen zentralen Aufgang gelangt man von unten in den Kulturraum. Der Weg durch den Raum wird so Teil des architektonischen Erlebnisses und verstärkt die Dramaturgie der Gesamtanlage. Zwischenräume sichern Ausblicke und Belichtung, schaffen halböffentliche Zonen und verleihen dem Ensemble Leichtigkeit und Transparenz.