Sekretär in Rüster

Klassische Moderne, handwerklich weitergedacht · Rüster, Edelstahl und Wenge · 2024

Moderne, weitergedacht.

Der Sekretär verbindet eine gebogene Schale aus Rüster mit einem selbst entwickelten Gestell aus gebürstetem Edelstahl. Als Aufsatzmöbel folgt der Holzkörper der Linienführung des Stahlrohrs. Beide Materialien bilden eine zusammenhängende Form.

Ausgangspunkt sind die Stahlrohrmöbel von Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe: ihre Klarheit, konstruktive Logik und Verbindung von Form und Funktion. Der Entwurf übersetzt diese für die industrielle Fertigung entwickelten Prinzipien in ein handwerkliches Einzelstück – als zeitgenössische Fortführung der klassischen Moderne.

SEKRETÄR · 2024 · REALISIERT
Rüster · Edelstahl · Wenge
01 / Eine Linie wird zum Körper

Die Rundungen des Rohrgestells setzen sich in der hölzernen Schale fort. Dafür werden dünne Furnier- und Sperrholzlagen in einer aufwendigen Formverleimung miteinander verbunden. Aus einzelnen Lagen entsteht ein zusammenhängender, räumlich gebogener Korpus.

Schreibfläche, zwei seitliche Schubkästen und ein Fach unter der Klappe sind in diese ruhige Form integriert. Die Schubkästen laufen auf handgefertigten Holzauszügen. Erst beim Öffnen wird sichtbar, wie sich die geschlossene Hülle in unterschiedliche Bereiche zum Arbeiten und Aufbewahren gliedert.
02 / Präzision im Übergang

Das Furnierbild ist über Flächen und Fugen hinweg aufeinander abgestimmt. Die Maserung führt den Blick um die Rundungen und hält die einzelnen Teile optisch zusammen. Ein integrierter Griff aus Wenge verbindet Klappe und Schubkästen als dunkle, durchgehende Linie.

Gasdruckfedern und Klappenbänder aus Edelstahl greifen das Material des Gestells auf. Präzise Verleimungen, zurückhaltende Fügungen und die Abstimmung der Beschläge bestimmen die handwerkliche Ausarbeitung. So verbindet der Sekretär die konstruktive Klarheit der Moderne mit der individuellen Materialzeichnung und Detailtiefe eines Einzelstücks.

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