01 / Das Quartier als Ganzes
SECHSERGRUPPE · STÄDTEBAULICHES GESAMTKONZEPT
Wie kann aus dem abgeschlossenen Großmarktareal ein lebendiger Teil Sendlings werden? Unser gemeinsamer Entwurf entwickelt den Ort aus seinem Bestand heraus. Die Sendlinger Blockrandstruktur wird aufgenommen und im Inneren des Areals zu unterschiedlichen, dichteren Typologien weitergeführt. Wohnen, Handwerk, Gewerbe, Kultur und Sport greifen ineinander.
Die Öffnung der Thalkirchner Straße verbindet das Quartier mit der Stadt. Neue Plätze, Grünschneisen und Wege zur Isar machen das Gelände durchlässig. Bestandshallen erhalten neue öffentliche Nutzungen; produktive Höfe und aktive Erdgeschosse halten Arbeit im Stadtalltag sichtbar. Entsiegelte Flächen, Retentionsräume und begrünte Dächer ergänzen das räumliche Konzept.
Die Transformation ist als Prozess gedacht: Zunächst werden Marktflächen gebündelt und erste Bereiche geöffnet. Zwischennutzungen bilden Ausgangspunkte für die schrittweise Entwicklung. Weitere Baufelder können entstehen, wenn der Großmarkt vollständig verlagert wird.
Antonio Rivoli · Tobias Möndel · Nina Leyding · Theresa Endlinger · Johannes Kühne · Malte Kauschus
02 / Vom Quartier zum Teilgebiet 1
ZWEIERARBEIT · ANTONIO RIVOLI & TOBIAS MÖNDEL
Unsere Vertiefung führt das gemeinsame Konzept an der ehemaligen Großmarkthalle bis in die Architektur weiter. Ein produktiver Block vermittelt zur Sendlinger Nachbarschaft. Dahinter bilden die erhaltenen Hallen das kulturelle Herz; entlang der Bahngleise markiert die Wohnscheibe den räumlichen Rücken des Quartiers.
Der lange Schnitt macht diese Abfolge lesbar: Handwerkerhof, Kulturbühne, Sporthallen und verdichtetes Wohnen bilden unterschiedliche Orte, bleiben aber über den öffentlichen Raum miteinander verbunden. Die höchste Dichte liegt in der Wohnscheibe, deren Wohnungen vor allem für Studierende vorgesehen sind.
Teilgebiet 1 · Grundriss und durchgehender Quartiersschnitt
Teilgebiet 1 · Durchgehender Quartiersschnitt · Originalmaßstab 1:500 · Antonio Rivoli / Tobias Möndel
Teilgebiet 1 · Grundriss · Originalmaßstab 1:500 · Antonio Rivoli / Tobias Möndel
03 / Ein Erdgeschoss für das Quartier
Die Wohnscheibe steht nicht als isolierter Wohnbau im Areal. Ihre Erdgeschosszone und die vorgelagerten niedrigeren Baukörper nehmen Angebote für das tägliche Leben auf. Werkstätten, Produktion und Ateliers treffen auf einen öffentlich zugänglichen Freiraum. So entsteht zwischen dem großen Wohngebäude und den bestehenden Hallen ein belebter Übergang.
Der Erdgeschossgrundriss zeigt die konkrete Mischung: Tafel, Sozialberatung und konsumfreies Café ergänzen Drogeriemarkt, Apotheke, Quartiersbüro und Post. Der Platz wird damit zum gemeinsamen Vorraum für Wohnen, Versorgung und soziale Angebote. Wege und Eingänge verbinden diese Nutzungen, statt sie voneinander abzuschließen.
Teilgebiet 1 · Erdgeschoss der Wohnscheibe und Modellblick auf den Sockel
Wohnscheibe · Erdgeschoss mit sozialen Angeboten, Versorgung, Werkstätten und Ateliers · Originalmaßstab 1:200
04 / Gemeinschaft in der Höhe
Die Wohnscheibe untersucht, wie hohe Dichte mit unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens verbunden werden kann. Der Regelgrundriss kombiniert kompakte Wohnungen von etwa 25 m² und 55 m² mit kollektivem Wohnen auf rund 180 m². Die Typologien ermöglichen unterschiedliche Haushaltsgrößen innerhalb desselben Gebäudes.
Die Erschließung wird zum gemeinschaftlichen Raum: In jedem vierten Geschoss liegt ein „Dorfplatz“ mit Gemeinschaftsraum. Diese wiederkehrenden Treffpunkte ergänzen die privaten Wohnungen um Orte zum Begegnen und gemeinsamen Aufenthalt. Der Wechsel von Regel- und Erschließungsgeschoss gibt dem großen Haus eine überschaubare innere Gliederung.
Wohnscheibe · Regelgrundriss und gemeinschaftliches Erschließungsgeschoss
Wohnscheibe · Regelgrundriss · Wohntypen mit ca. 25 m², 55 m² und kollektivem Wohnen auf 180 m²
05 / Bestand, Freiraum und Energie
Die ehemalige Großmarkthalle bleibt das identitätsstiftende Herz des Teilgebiets. Durch den gezielten Rückbau eines Hallenabschnitts entsteht eine öffentliche Kulturschneise als Bühne für Musik, Theater und Veranstaltungen. Der denkmalgeschützte Hallenteil nimmt Bibliothek, Musik-Proberäume und Kulturangebote auf; weitere Hallen dienen Sport und Fitness.
Das Freiraum- und Energiekonzept verbindet die Gebäude miteinander. Entsiegelte Flächen speichern und versickern Regenwasser. Begrünte Dächer und Photovoltaik ergänzen sich; auch die südlichen Loggien und Laubengänge der Wohnscheibe sind mit Solarpaneelen gedacht. Die Quartiersgarage unter der ehemaligen Großmarkthalle kann über Elektrofahrzeuge als Pufferspeicher für den lokal erzeugten Strom dienen.
Teilgebiet 1 · Vertiefungsschnitt und Axonometrie des Energie- und Freiraumkonzepts
Teilgebiet 1 · Schnitt durch Hallen, öffentliche Freiräume und Wohnscheibe · Originalmaßstab 1:200
Ein Denkanstoß für Sendling.
„Wohnen, Handwerk, Produktion, Kultur und soziale Nutzungen werden nicht voneinander getrennt, sondern miteinander verbunden.“
Tobias Möndel im Gespräch mit Benedikt Strobach · tz · 23. August 2026
STUDIENENTWURF · SOMMERSEMESTER 2026
Hochschule München · Architektur, 4. Semester
4.1 Entwurf · Betreuung: LB M. Stümpfl
Hochschule München · Architektur, 4. Semester
4.1 Entwurf · Betreuung: LB M. Stümpfl
Gesamtkonzept: Antonio Rivoli, Tobias Möndel, Nina Leyding, Theresa Endlinger, Johannes Kühne und Malte Kauschus.
Vertiefung Teilgebiet 1 und Wohnscheibe: Antonio Rivoli und Tobias Möndel.
Vertiefung Teilgebiet 1 und Wohnscheibe: Antonio Rivoli und Tobias Möndel.
Der studentische Entwurf untersucht eine mögliche Zukunft des Areals und versteht sich als Beitrag zur öffentlichen Diskussion.